U-Bahn Tunnel für Eller

Barrierefreies Eller

 

 

Positionspapier der SPD Eller-Lierenfeld

 

 

Seit Jahren beschäftigen sich die Rheinbahn und die involvierten politischen Gremien im Stadtbezirk 8 zusammen mit der Bürgerschaft in Eller mit einer Herstellung der Barrierefreiheit auf den Linien der U75 und der 705. Dabei sind in den letzten Jahren die Konfliktlinien deutlich geworden:

 

Sowohl die Linie U75 als auch die Linie 705 sind unverzichtbar. Das trifft vor allem auf die Linie U75 zu. Sie ist die am meisten frequentierte Linie der Rheinbahn, das Zugpferd. Gerade auf ihrer jetzigen Linienführung ist sie prädestiniert dafür, dass hier eine enge Taktung der Bahnen für einen reibungslosen Nahverkehr von Eller über Lierenfeld und Flingern zum Hauptbahnhof, zur Altstadt und weiter bis nach Oberkassel und schließlich nach Neuss sorgt.

 

Weniger frequentiert ist die Linie 705. Doch auch sie sorgt für eine effektive und schnelle Verbindung der südlichen Stadtteile nach Oberbilk und Rath.

 

Die Unverzichtbarkeit beider Linien zeigt: Wir brauchen zukunftsfähige U- und Straßenbahnlinien! Damit ist zwingend auch eine Barrierefreiheit an den Haltestellen beider Linien, der Linien U75 und 705, verbunden. Dabei ist es in höchstem Maße wünschenswert, beide Linien auf der vorhandenen Strecke fahren zu lassen.

 

Die Linienführung beider Linien birgt aber nun das Problem, dass sie sich teilweise im Bereich des Stadtteilzentrums Gumbertstraße bewegen. Der Umbau zu barrierefreien Haltestellen auf der Linie 705 stellt hier kein Problem dar. Hingegen ist ein barrierefreier Umbau der Haltestellen der U75 mit so gravierenden Folgen behaftet, dass dieser Umbau nicht so einfach herzustellen ist:

 

  1. Es würden Hochbahnsteige mitten ist einer engen Einkaufsstraße notwendig werden, denn eine Verlegung beispielsweise des stark frequentierten Umsteigepunktes Eller Mitte S mit langen Umsteigewegen ist nicht diskutabel.
  2. Damit verbunden wäre ein massiver Verbrauch an Fläche, die Hochbahnsteige würden z.T. auf wenige Meter an die vorhandene Bebauung treten, bis zu 50% des Straßenquerschnitts würden für die Gleise und die Bahnsteige in Anspruch genommen werden; mitten in der engen Straße würde ein massives Bauwerk mit 70 cm Höhe plus weiteren Aufbauten den Straßenraum fast komplett ausfüllen.
  3. Die Querung der Gumbertstraße für Fußgänger, die heute noch möglich ist, würde an vielen Stellen unmöglich werden.
  4. Wegfallende Querungsmöglichkeiten und die Enge der neuen Situation würden die Aufenthaltsqualität auf der Gumbertstraße im Bereich der Haltestellen zerstören und einen Niedergang des ohnehin unter Druck stehenden Stadtteilzentrums mit sich bringen; viele Insolvenzen sind hier zu befürchten.
  5. Mit der Barrierefreiheit würde aber teilweise keine Verbesserung, sondern sogar eher eine Verschlechterung der Erreichbarkeit der U75 für mobilitätseingeschränkte Personen herbeigeführt werden, da einige der jetzt vorhandenen Haltestellen der U75 ersatzlos wegfallen würden (Alt Eller, Am Hackenbruch); für diese Haltestellen fehlt oberirdisch schlichtweg der Platz und die Krümmung der Straße bedingt, dass hier ohnehin nicht barrierefrei gebaut werden kann. Insbesondere der Umsteigepunkt Alt Eller mit Buslinien nach Bilk und nach Erkrath wäre hiervon betroffen.

 

Aus diesen Gründen lehnt die SPD Eller-Lierenfeld die geplante oberirdische Barrierefreiheit der U75 im Bereich der jetzigen Gleisführung ab.

 

Die SPD Eller-Lierenfeld zieht diesem Plan die Verlegung der U75 in einen Tunnel unter der Zeppelinstraße / Gumbertstraße mit dort zu positionierenden Ein- und Ausgängen vor. Diese Lösung hätte mehrere Vorzüge:

 

  1. Es könnte Barrierefreiheit hergestellt werden unter Beibehaltung aller Haltestellen und unter Beibehaltung der Erreichbarkeit der U75 für mobilitätseingeschränkte Personen im Bereich der Haltestellen Alt Eller und Am Hackenbruch.
  2. Die Barrierefreiheit würde nicht das Ende der Einkaufsstraße Gumbertstraße bedeuten, sondern eine erhebliche Aufwertung der Einkaufsstraße mit sich bringen; eventuell kann sogar eine Fußgängerzone eingerichtet werden.
  3. Die mit der Taktverdichtung der U75 einhergehende Lärmbelastung für die Anwohner in dieser engen Straße (pro 15 Minuten 10 Bahnen der U75 und der 705, bei weiterer Taktverdichtung auf 5 Minuten 12 Bahnen pro 15 Minuten, also fast eine Bahn pro Minute) könnte erheblich reduziert werden; der Nutzen dieser U-Bahn-Tunnel-Maßnahme würde verhältnismäßig sehr viele Bürger betreffen.
  4. Eine unterirdische Lösung schafft die Möglichkeit, durch Weiterführung der Linie U75 um wenige hundert Meter einen P+R-Parkplatz bzw. ein (noch zu errichtendes) P+R-Parkhaus am Autobahnkreuz Düsseldorf Süd effektiv und perfekt an die Stadtmitte anzubinden und somit die Verkehrswende in Düsseldorf in erheblicher Weise nach vorne bringen.

 

Uns ist bewusst, dass eine solche Maßnahme sehr viel Geld verschlingt und sehr viel Zeit für Planung und Ausführung benötigt. Einige dringen daher eher auf kurzfristige Lösungen, die jetzt Abhilfe schaffen und Barrierefreiheit herstellen. Dabei sind allerdings die Vor- und Nachteile dieser kurzfristigen Lösung in unseren Augen in nicht ausreichendem Maße berücksichtigt.

 

Daher halten wir einen U-Bahn-Tunnel für die U75 für die beste Lösung bei diesen vielschichtig ineinandergreifenden räumlichen Problemlagen.

 

Wir sind gern bereit, mit jedem, der die Situation hier nicht so gut kennt, eine Ortsbegehung zu unternehmen, um die spezifischen Probleme der Gumbertstraße und der hiesigen Haltestellen zu diskutieren.